Wovor hast du Angst?

Gibt es eine spezifische Angst, die du hast? Oder hast du eine Phobie?

Umgangssprachlich verwenden wir meist den Begriff "Angst".

Angst ist laut Definition ein Gefühl, das als Reaktion auf eine Gefahr oder Bedrohung auftritt. Du hast Angst, weil der Hund seine Zähne fletscht und dich anknurrt. Oder du hast Angst, weil du den Abgrund runterfallen könntest, wenn du einen falschen Schritt machst. Normalerweise haben wir Angst um unser Leben.

Die Angst hat eine Schutzfunktion. Der Körper schaltet auf "Kampf oder Flucht"-Modus um. Das Herz schlägt schneller, wir haben eine erhöhte Aufmerksamkeit unsere Muskeln spannen sich an. In der Regel ist die Angst verhältnismässig zum Auslöser. Je gefährlicher die Situation, desto grösser die Angst. Die Angst vergeht aber sofort wieder, wenn die Gefahrenquelle weg ist. Der Hund ist ausser Sichtweite an der Leine, du bist an der schmalen Stelle auf dem Berg vorbei. Dein Körper beruhigt sich wieder.

Jetzt gibt es aber noch Phobien. Eine Phobie ist eine Angststörung, also eine krankhafte Form der Angst. Die Angst richtet sich gegen einen spezifischen Auslöser, wie z.B. Spinnen, Schlangen, Höhe, Flugzeuge, kleine Räume etc. Die Stärke der Angst ist verhältnismässig. Der Auslöser stellt objektiv gesehen keine grosse Gefahr da. Wir wissen alle, dass die Spinnen, die es bei uns gibt, uns Menschen gar nichts anhaben können. Sie sind viel viel kleiner als wir und nicht einmal giftig. Dennoch haben ganz viele Menschen Angst vor Spinnen, bzw. haben eine Spinnen-Phobie.

Das Problem bei Phobien ist, dass sie unseren Alltag total einschränken können ("Nein, ich gehe diese Treppe nicht hinunter. Da war vorhin eine Spinne.", "Nein, ich steige nicht in diesen Sessellift ein, lieber laufe ich wieder alles zurück."). Ich hatte schon einige Klienten, die sich nicht in ein Flugzeug oder auf die Autobahn gewagt haben. Das kann dein Leben ziemlich einschränken.

Und dann gibt es auch viele Leute, die Sätze sagen wie: "Ich habe Angst, dass es am Wochenende regnen könnte.", "Ich habe Angst, dass mein Sohn auf die schiefe Bahn gerät.", "Ich habe Angst, nicht gut genug zu sein."

Das ist keine Angst! Dein Leben wird gar nicht bedroht. Das sind Sorgen! Und Sorgen sind völlig hausgemacht! Das sind nur deine Gedanken! "Ich mache mir Sorgen, dass es am Wochenende regnen könnte." OK, da kannst du kurz organisatorisch reindenken, ob du dann einen Plan B brauchst für deine Gartenparty.

Wenn wir uns Sorgen um jemand anderen machen - ok, das ist ein längeres Thema, da könnte ich einen eigenen Newsletter drüber schreiben - kurz gesagt: es geht dich gar nichts an. Das ist ein fremder Mensch, bleib mit den Gedanken bei dir. Ausser, wenn er dich um Hilfe bittet. Sonst bist du übergriffig.

Und die Sorge nicht zu genügen: die hat mit unserem Selbstwert zu tun und kommt in der Regel von dem, was wir in der Kindheit erlebt haben. Spielt sich aber auch nur in deinem Kopf ab, in deinen Gedanken.

Und unsere Gedanken können wir selbst steuern. Wie bei der Atmung: wir atmen den ganzen Tag unbewusst ein und aus. Wir können aber auch bewusst mal die Luft anhalten, bewusst ein- und ausatmen. Das Gleiche ist bei den Gedanken der Fall: wir können bewusst denken!

Du kennst sicher den Spruch: "Denk jetzt nicht an einen rosa Elefanten." Geht nicht? Geht doch: ich denke dann an einen blauen Elefanten oder ein lila Nashorn. Das geht super.

Wir können also auch anstatt an unsere Sorgen an etwas schönes denken. "Oh, ich könnte mal wieder meinen Lieblingskuchen backen. Was muss ich dafür denn alles einkaufen?"

Ich weiss, dass wir unsere Gedanken unter Kontrolle bekommen, ist nicht von jetzt auf gleich geändert. Aber ich unterstütze dich gerne dabei, deine Phobien loszulassen und deine Sorgen gezielt anzuschauen, damit du sie verarbeiten und ebenfalls loslassen kannst. Und ich bringe dir gerne bei, wie du deine Gedanken erziehen kannst.

Melde dich bei mir, falls du Unterstützung von mir möchtest.

Ich wünsche dir ein angstfreies Leben mit viel Mut und Tapferkeit!


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